22. Juli 2026 Pravoslavie.ch

Von Liebe zu Liebe: Zweite Pilgerfahrt auf den Spuren der Gerechten Verena

Vom 13. bis zum 17. Juli führte die zweite Pilgerfahrt auf den Spuren der Gerechten Verena zahlreiche Gläubige auf einem gemeinsamen Weg des Gebets, der Gemeinschaft und der geistlichen Erneuerung. Von Saint-Maurice bis nach Solothurn folgten die Pilger der Via Francigena und besuchten wichtige Wirkungsorte Schweizer Heiligen.
Eröffnet wurde die Pilgerfahrt in der Kapelle der Hôtellerie Franciscaine in Saint-Maurice mit einem Reisesegen und dem gemeinsam gesungenen Akathistos zur Gerechten Verena. In einem kurzen geistlichen Wort erinnerte Priester Daniel Schärer daran, dass der Pilgerweg ein Bild unseres geistlichen Lebens ist: Auch wenn der Weg manchmal beschwerlich erscheint, führt uns jeder Schritt durch Gottes Gnade näher zum Königtum der Himmel.
Trotz sommerlicher Hitze durften die Pilger auf ihrem Weg immer wieder Gottes Hilfe erfahren. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der russisch-orthodoxen Barbarakirche in Vevey. Gemeinsam mit Bischof Alexander von Vevey, Protodiakon Michel Vernaz und den Gläubigen der Gemeinde beteten sie den Akathistos zum heiligen Johannes von Shanghai. Dabei wurde die geistliche Verbindung zwischen der Gerechten Verena und dem grossen Hierarchen unserer Zeit hervorgehoben: Beide dienten den Bedürftigen mit hingebungsvoller Liebe, die aus ihrer tiefen Verwurzelung in Christus und Seiner Kirche erwuchs.
Ein weiterer Höhepunkt war die Ankunft in der Verenaschlucht in Rüttenen. In der Verenakapelle sangen die Pilger erneut den Akathistos zur Gerechten Verena, bevor sie nach Solothurn weiterzogen und in der Ursenkathedrale die heiligen Märtyrer Urs und Viktor ehrten.
Den feierlichen Abschluss bildete die Göttliche Liturgie in der Martinskapelle der Verenaschlucht, unmittelbar vor der Höhle der heiligen Verena. Gemeinsam mit Priester Daniel Schärer zelebrierte Priester Vladimir Svystun von der Dreifaltigkeitskirche in Bern. Gläubige aus Bern, Luzern und Zürich feierten mit und wurden vom deutschsprachigen Chor der Berner Gemeinde begleitet.
In seiner Predigt erinnerte Priester Daniel daran, dass die heilige Verena gerade an diesem Ort aus der Trauer über den Verlust ihres Verlobten Viktor zu einer noch tieferen Liebe zu Christus fand. Auch wir seien aufgerufen, in den dunklen Stunden unseres Lebens Gott zu vertrauen und dieses Vertrauen durch das Gebet, das Leben in der Kirche und den Dienst am Nächsten wachsen zu lassen.
Zum Abschluss dankte er Natalia Paulish für die Mitorganisation der Pilgerfahrt sowie der Berner Gemeinde für ihre Unterstützung bei der Zelebration dieser Liturgie. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte die Auferstehungskirche der Berner Gemeinde eine Ikone der Gerechten Verena mit einer eingesetzten Reliquie. Priester Vladimir erinnerte daran, dass der heilige Johannes von Shanghai die orthodoxen Gläubigen Westeuropas dazu aufgerufen hatte, die westlichen Heiligen neu zu entdecken und zu verehren – ein Auftrag, den dieser gemeinsame Gottesdienst auf besondere Weise verwirklichte.

Ehre sei Gott für alles!

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